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Presse
Dieser Eintrag stammt von admin Am 24.11.2010 @ 12:50 In Willkommen im 11-line | Keine Kommentare
Hier findet ihr rückwärtsverfolgend Presseinfos über´s 11-Line.:
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03.05.2012, MAZ Potsdam
POTSDAM / INNENSTADT - Myk Jung las zur Walpurgisnacht im Café „11-line“ in der Charlottenstraße aus seinem Buch „Der Herr der Ohrringe“. Myk Jung ist ein aus Essen stammender Künstler, der sich in den 1980er Jahren als Frontmann der Independent-Band „The Fair Sex“ einen Namen machte. Er sieht auch heute noch so aus, als würde er zu einem Konzert der New-Romantic-Band „The Cure“ wollen. Das Buch Myk Jungs ist eine Parodie auf „Der Herr der Ringe“ von Tolkien.
Mit tiefer, sonorer Stimme las der Autor vor, wie Frohdoof und seine Gefährten auszogen, begleitet vom Zauberer Ganzhalb, um die mittelmäßige Welt zu retten, indem sie den verfluchten Ohrring in einen See werfen. Bei der Gestaltung der Handlungsstränge hangelt sich der Autor an den Vorgaben des Originals entlang, ohne sich besonders um Orte oder zeitliche Abläufe zu kümmern. Trotz ihrer Komik ist auch die neu gefasste Story fesselnd.
Im zweiten Teil des Leseabends wechselt Myk Jung von der mittelmäßigen Welt des Buches in die mittelmäßige Welt des Hier und Jetzt. Er gab einige seiner Kurzgeschichten zum Besten. Da erzählt er etwa von einem Zusammentreffen als Kind mit Mick Jagger, der sich von ihm zu seinem Song „Paint it Black“ inspirieren ließ. Und er las über die Hierarchie-Rangelei in seinem Kühlschrank, bei der Wodka die geringste Lebenszeit hat. Beleg für seine Freude an der Parodie ist auch die Erzählung vom Raumschiff „Entenscheiß“. Hier beschreibt er die Affinität Käpt’n Körks zu Pieptönen und bläulichen Bildschirmen. Im letzten Beitrag untersuchte Myk Jung den Einfluss afrikanischer Sprachen auf den Ruhrpott-Slang.
Der Leseabend Myk Jungs, der dem Potsdamer Publikum bereits durch Gastspiele mit seiner Lesebühne „Schementhemen“ im Archiv, Leipziger Straße, bekannt ist, wurde mit viel Beifall bedacht. Nach „Der Herr der Ohrringe“ soll im Herbst mit „Der Hobbnick“ eine weitere Tolkien-Adaption von Myk Jung erscheinen. (Von Mitchell Berlin)
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PNN, 07.12.2011
Der Mensch ist nicht gern allein. Nicht auf der Welt, noch weniger im Weltall. Da ist es dunkel und die anderen Menschen sind weit weg. Der Mensch hat ja naturgemäß einen Gesellschaftstrieb und mit dem Bewusstsein um das Weltall entstand daraus auch der Drang nach kosmischem Anschluss. Für die beruhigende Gewissheit, dass wir nicht allein sind in diesem unübersichtlichen, weil unendlichen Universum. Seit jeher fragt sich der Mensch also: Gibt es intelligentes Leben außerhalb der Erde? Wenn ja, wo und wie können wir mit diesen Wesen in Kontakt treten? Obwohl es bislang keine klare Antwort auf diese Fragen gibt, wird weiterhin fleißig im Kosmos geforscht – und darüber debattiert.
Da es sich in gemütlicher Runde, bei Bier und Wein, am besten über Wissenschaft sinnieren lässt, etablierte sich in den letzten Jahren das Science-Café – vielmehr das Café Scientifique. Das Konzept des wissenschaftlichen Gesprächs in informeller Runde stammt aus Frankreich, selbstverständlich. Seit 15 Jahren gibt es Les Cafés Scientifiques in Frankreich, äquivalent dazu die Science Cafés in England. In Deutschland ist die Tradition noch neu. Nun startete der Versuch eines Wissenschaftscafés in Potsdam, das jeden dritten Donnerstag des Monats im 11-line stattfinden soll.
Alexander Hellemans, in London lebender belgischer Wissenschaftsjournalist, lud zum ersten Science Café mit dem Thema „Sind wir allein im Weltall?“ ein. Gastreferent René Heller, Astrophysiker des Astrophysikalischen Instituts Potsdam (AIP), berichtete vom neuesten Forschungsstand bei der Suche nach extraterrestrischem, also außerirdischem, Leben. Bei dem Gespräch, das Hellemans führte, erklärte Heller seine interessante, aber auch hochkomplexe Forschung. Heller und Kollegen untersuchen die Bewohnbarkeit von extrasolaren Planeten, also Planeten, die nicht zu unserem Sonnensystem gehören. „Wenn man erdähnliche Planeten finden will, muss man sehr weit hinaus gehen ins Weltall“, erklärte Heller. Wird ein Planet gefunden, der eine ähnliche Masse wie unsere Erde besitzt, wird dieser als „erdähnlich“ eingeschätzt. „Das sind aber erst einmal nur Kandidaten. Denn nicht nur die Masse ist entscheidend für die Bewertbarkeit nach Lebensfähigkeit, sondern vor allem die Zusammensetzung der Atmosphäre“, so Heller.
Durch verbesserte Technik würde man heutzutage innerhalb weniger Monate Tausende solcher erdähnlicher Planeten finden – in den 90er Jahren entdeckte man lediglich einen pro Jahr. Derzeit sind es 1200 Kandidaten, die weiter erforscht werden. In der Forschung geht man weiterhin davon aus, dass jedes Leben auf Kohlenstoff und Wasser basiert – wie auf der Erde. „Wasser in flüssigem Zustand ist schlichtweg die essenzielle Voraussetzung für Leben“, so Heller. Entdeckt man also einen Planeten, der eine erdähnliche Masse besitzt, dessen Atmosphäre Kohlenstoff enthält und der ein flüssiges Oberflächenwasser besitzt, ist dort – zumindest theoretisch – Leben möglich.
Leider könne man die Frage nach extraterrestrischem Leben bislang nicht mit einem euphorischem „Ja!“ beantworten, aber solange es kein niederschmetterndes „Nein!“ gibt, wird weiterhin geforscht. Und so schauen René Heller und Kollegen weiterhin mit ihren High-Tech-Geräten in den Himmel, um das Weltall ein bisschen besser zu verstehen. Nebenbei sendet man Nachrichten in die Weiten hinaus, in der Hoffnung, dass es irgendwann eine Antwort geben wird. Bis dahin bleibt dem Menschen nur seine Fantasie und Filme wie „Star Wars“ und „E.T.“ Josefine Schummeck
Science Café: Donnerstag 15. Dezember, 19 Uhr in der Galerie Caffé 11-line, Charlottenstraße 119, Infos unter http://hellemans.fastmail.fm
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Presse maz, 05.11.2011 übers 11-Line:
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Wer kauft den Neo Rauch?
Presse PNN über die Art Brandenburg 2011, erschienen am 03.11.2011
von Hella Dittfeld
Bitten in den Salon: Demir „Toni“ Bülent (l.) und Christian Heinze. Foto: Andreas Klaer
Beim Salon Sanssouci in der Metropolis-Halle bieten auch Galerien Exklusives
Zur Kunst- und Genuss-Messe „Salon Sanssouci“ und zur 4. Künstlermesse Art Brandenburg vom 4. bis 6. November in der Metropolis-Halle laden 89 Aussteller im „Salon“ zum Genießen und Entdeckungen im Life-Style-Bereich ein. Die Angebote reichen von edler Mode, aparten Einrichtungsgegenständen über Bioprodukte und Pflanzenvermietung bis zu Booten oder Autos. Auch die Tanzschule Balance ist präsent und das brandenburgische Klavierhaus frönt musikalischer Lebensart. Dazu will eine ganze Reihe Gastronomen und Weinhändler die Gaumen verwöhnen. Bülent Demir, Chef der Villa Haacke, ist schon zum dritten Mal dabei und wird seine Pasta mit der Nudelmaschine frisch drehen und dazu extravagante Soßen anbieten. Wer jedoch selbst zum Gourmet werden möchte, findet auch Küchentechnik vom Feinsten.
Hinzu kommen 89 Künstler und Künstlerinnen, die auf der 4. Art Brandenburg ihre Werke zeigen. Christian Heinze präsentierte dort schon mehrfach seine Werke. Er berichtete, dass die Nachfrage der Künstler wieder so groß gewesen sei, eine Auswahl getroffen werden musste. Für Heinze hat es sich bisher immer gelohnt: Er habe nicht nur auf der Messe selbst Bilder verkauft, sondern auch Kontakte geknüpft, erzählte er gestern beim Pressegespräch. Veranstalter ist die Messe Potsdam GmbH und Messechef Enrico Schulze konnte zufrieden verkünden, dass die Halle voll ausgebucht sei.
Als Dritte im Bunde sind diesmal auch Galerien dabei, die im Vorraum ihre Angebote machen. Das Leipziger Buch- und Kunstantiquariat wartet mit Max Klinger, Werner Tübke, Wolfgang Mattheuer und der modernen Leipziger Schule und sogar einem Neo Rauch auf. Wer den Rauch erwerben will, muss allerdings etwas „Kleingeld“ dabei haben. Von den Potsdamer Galerien präsentieren Caffé 11-line und Albert Baake unter anderem Bilder von Olaf Hoffmann beziehungsweise Frank Zander und Helge Schneider.
Als Rahmenprogramm gibt es Showkochen, Zigarrendrehen mit Jorge Emilio Orquin, Blumenarrangements bei Heidi, Sea Cloud Geschichten und Livemusik. Brautmoden Jahn präsentiert am Samstag um 14.30 Uhr und Sonntag um 14 Uhr Abendmode, danach veranstaltet der Salon Berenike ein Schaufrisieren, Karin Genrichs Modenschau beginnt am Samstag um 17 Uhr, am Sonntag um 16 Uhr.
Salon und Art sind von 11 bis 20 Uhr geöffnet, am Sonntag nur noch bis 18 Uhr. Eintritt pro Tag 8 Euro, 5 Euro ermäßigt, eine Dauerkarte kostet 14 Euro.
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Neues Deutschland - 24. Juli 2011
Bürgerfunk nur aus Potsdam?
Die Landeshauptstadt hat ein Freies Radio – Frankfurt (Oder) immerhin eine Initiative dafür
Zumeist kommerziell genutzt: Sendeplätze in Brandenburg Foto: dpa/Patrick Seeger |
Es klingt ganz nach einer Erfolgsgeschichte. Und es klingt französisch: Frrapó, mit der Betonung auf dem »o« – das höre sich »weicher« an als mit der Betonung auf der ersten Silbe, findet Patricia Vester.
Der Name Frrapó steht für Freies Radio Potsdam. Die freie Medienpädagogin und -künstlerin Vester ergriff im Frühjahr dieses Jahres die Initiative für Frrapó, als die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) die Sendezeiten für den nicht-kommerziellen Berliner Mischsender 88vier neu ausschrieb. Der wird auf 90,7 Mhz auch in Potsdam empfangen, und bringt nun seit zwei Monaten jeden Montagabend Programm aus und für Potsdam.
Die Möglichkeit auf Sendung zu gehen, sei sofort von mehreren Gruppen angenommen worden, berichtet Vester: »Wir haben Fußball- , Literatur-, Frauen-, Kinder- und Kunstsendungen – auch eine italienische und eine russische.« Für den Aufbau einer Seniorengruppe habe sie gerade Fördergelder von der mabb zugesprochen bekommen – immerhin, so die selbst ernannte »Macherin«. Ansonsten beschwert sich Vester eher über die »inexistente« Förderung der Medienanstalt für Posten wie Werbung oder Technik.
Das Sendestudio von Frrapó befindet sich in einem zunächst kostenlos von einem Café überlassenen Raum in der Potsdamer Innenstadt. Ins neue Medienzentrum der mabb in Potsdam-Babelsberg will das Freie Radio nicht ziehen – um weiterhin gut erreichbar zu bleiben. Da bis zwei Uhr nachts gesendet wird, sei auch die Verkehrsanbindung nach Babelsberg ein Problem, so Vester. Lob für die Offenheit und Fähigkeit zur Integration verschiedener Personen und Gruppen von Frrapó kommt von Paul Motikat, dem Sprecher des Berliner Freien Radios Pi Radio, das ebenfalls auf 88vier sendet. »Bei Freiem Radio geht es genau darum, dass nicht nur die Leute senden, die das beantragt haben«, sagt er. Motikat freut sich darüber, dass nun nach fünf Jahren wieder ein Brandenburger Freies Radio auf Sendung ist. Und auch die Berliner Szene der Freien Radiogruppen erhofft sich davon politischen Druck. Denn da der Rundfunk der beiden Länder zusammen verwaltet wird, scheiterte die Einrichtung eines eigenen Freien und selbst verwalteten Radios bisher an der Brandenburger Landesregierung. In den letzten Jahren gab es für entsprechende Vorstöße kaum Interesse.
Mehr noch: Auffällig ist, dass die mabb zwar für Berlin nicht nur die 88vier, sondern auch den Offenen Radio- und Fernsehkanal Alex unterhält – in Brandenburg sucht man derartiges hingegen vergebens. »Brandenburg wollte keinen Offenen Kanal«, erklärt dazu auf ND-Anfrage mabb-Vize Susanne Grams. Schon seit Inkrafttreten des Rundfunkstaatsvertrages vor 20 Jahren sei das so. So lange der Landtag nichts anderes beschließt, wird Brandenburg keine Sendemöglichkeiten für die Zivilgesellschaft zur Verfügung stellen, lässt Grams durchblicken.
Eine stärkere Nachfrage könnte es jedoch bald nicht nur in Potsdam geben. Eine Radio-Initiative, sogar eine zweisprachige, gibt es nämlich bereits in Frankfurt (Oder). Die vier an Radio Slubfurt beteiligten Personen (eine davon aus der polnischen Nachbarstadt Slubice) könnten zwar auf Infrastruktur in sozialen Einrichtungen zurückgreifen, seien jedoch noch ganz am Anfang, erklärt der Sprecher Matthias Doerr. Unter [2] www.radio.slubfurt.net können die seit Juni für das Internet produzierten Beiträge abgerufen werden. Ab Herbst soll es regelmäßige Treffen und Internet-Sendungen geben – dann erst soll eventuell bei der mabb ein temporärer Radiobetrieb beantragt werden.
Wer bei Frrapó in Potsdam mitmachen will, kann heute schon damit anfangen: Um 19.30 Uhr gibt es ein – wie immer – offenes
Treffen im Caffé 11-line in der Charlottenstraße 119 in Potsdam.
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Potsdam kommt ins Radio
PNN, 24.05.2011
Von Jana Haase
Gestern feierten die Macher vom „Freien Radio Potsdam“
Sendestart / Gesendet wird montags ab 19 Uhr
Innenstadt - Montag ist Radiotag: Dafür will ab sofort der
Lokalradiosender „Freies Radio Potsdam“ – abgekürzt: frrapò – sorgen. „Wir
wollen, dass Potsdam sich hört“, sagt Patricia Vesper, eine der beiden
Initiatorinnen des freien und nicht-kommerziellen Senders. Das Programm richte
sich generationenübergreifend an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren
der Stadt und ist immer montags ab 19 Uhr bis mindestens 2 Uhr nachts zu hören.
Ausgestrahlt wird es in der Landeshauptstadt auf der UKW-Frequenz 90.7
Megahertz, in Berlin auf 88.4. Es handelt sich um eine Frequenz, die die
Medienanstalt Berlin-Brandenburg seit gut einem Jahr für verschiedene
Bürgerkanäle zur Verfügung stellt.
Erst vor zwei Wochen bekamen Patricia Vesper und Katrin
Nicke die Zusage für ihr Konzept – gestern feierten sie im Galerie-Café
„11-line“ den Sendestart. Aus dem Café in der Charlottenstraße 119 soll vorerst
auch gesendet werden - live und zum Zugucken. Potsdamer mit Ideen für das
Programm, aber auch mit Sachspenden für die Macher, seien eingeladen,
vorbeizuschauen oder im Internet Kontakt zu den Koordinatorinnen aufzunehmen –
es gibt bereits eine Seite im Netzwerk „Facebook“. Eine Internetseite mit Blog
ist derzeit noch in Planung.
„Es ging in wenigen Tagen von null auf 100 – und alles ohne
Geld“, erzählt Patricia Vesper vom Schnellstart des Senders in den vergangenen
Tagen. Kinder einer Potsdamer Malschule entwarfen Flyer, ein Jingle wurde
komponiert, ein Berliner Bürgerradio stellte Technik, auf einer Programmsitzung
meldeten sich erste Potsdamer mit Ideen, darunter etwa die Arbeitsgruppe
„Zeitzeugen“ des Seniorenbeirats, Buchhändler oder Jugendprojekte wie
„Freiland“. „Es ist, als hätte die Stadt darauf gewartet“, sagt Katrin Nicke,
die Radioerfahrungen von der „Initiative für ein freies Radio Potsdam“
mitbringt. Kooperationen mit Theatern und Kabarett seien geplant, außerdem soll
möglichst viel Musik aus Potsdam zu hören sein. „Wir legen ein Potsdamer
Bandarchiv an“, erklärt Patricia Vesper, die unter anderem als
Hörspiel-Dozentin an der Medienwerkstatt arbeitet. Gesendet werden soll alles,
solange es sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt, sagt sie zum Konzept
des Radios: „Wir wollen inhaltlich nicht werten.“
Zur Orientierung der Hörer soll eine feste Programmstruktur
beitragen: Von 19 Uhr bis 20.15 Uhr sollen Kinder und Senioren zu Wort kommen.
Nach einem Infoblock ist dann ab 20.30 Uhr Zeit für Radiofeatures, Hörspiele,
Literatur oder Politik. Ab 23 Uhr soll vornehmlich Musik laufen – aufgelegt von
Potsdamer DJs.
Kontakt zu den Koordinatorinnen im Netz unter:
freiesradiopotsdam@gmx.de
Erschienen am 24.05.2011 auf Seite 10
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gelesen auf radiowoche.de
Pressemitteilung
Am 23. Mai diesen Jahres wird Potsdam um eine Hörfunk-Attraktion reicher. An diesem Tag geht das Freie Radio Potsdam, kurz „frrapò“, auf Sendung. Das erste Bürgerradio Brandenburgs wird einmal wöchentlich, immer montags, auf der UKW-Frequenz 90.7 MhZ in der Landeshauptstadt zu empfangen sein
Bereits vor einigen Jahren hatte die „Initiative für ein freies Radio Potsdam“ für Aufsehen gesorgt, als im Rahmen der Kunstaktion „Die himmlischen Vier“ ein mehrwöchiger Veranstaltungsfunk im Raum Potsdam hörbar war. Nun melden sich die Radiomacher und -macherinnen zurück.
Das nicht-kommerzielle Radioprojekt wird ermöglicht durch die jährliche Frequenzausschreibung der Landesmedienanstalt der Länder Berlin-Brandenburg für den Kulturradiosender 88.4 (Potsdam 90.7) das seit Mai 2010 besteht. Auf dieser Spielwiese für innovatives Bürgerradio tummeln sich neben dem Offenen Kanal ein halbes Dutzend weiterer Rundfunkformate. Sie teilen sich die UKW-Frequenz und senden innerhalb kleiner oder größerer Sendefenster abwechselnd. Das Potsdamer Format „frrapò“ wird zukünftig immer montags zwischen 19 Uhr abends und fünf Uhr morgens senden. Finanziert werden die Sendekosten durch die Landesmedienanstalten aus GEZ-Gebühren. Die Arbeit der Redaktion und der Technik wird durch das ehrenamtliche Engagement der MacherInnen getragen.
Die Initiatorinnen Katrin Nicke und Patricia Vester konnten in ihrer Bewerbung um den Sendeplatz vor allem mit einem außergewöhnlichen Konzept punkten: „frrapò“ soll ein Generationen übergreifendes Format sein, man möchte von den ganz Kleinen bis zu den Senioren der Stadt alle mit an Bord nehmen. Sowohl die jüngsten als auch die ältesten BewohnerInnen sollen das freie Radio nutzen, um ein vielstimmiges Programm zu garantieren.
Das Sendestudio wird in der Potsdamer Innenstadt eingerichtet, um zentral gelegen für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger erreichbar zu sein. Denn „frrapò“ unterscheidet sich nicht nur durch seine Werbefreiheit und den inhaltlichen Lokalschwerpunkt vom Dudelfunk anderer Stationen, sondern auch durch Zugangsoffenheit. Alle Interessenten haben die Möglichkeit, das Programm aktiv mitzugestalten. Es wird ausdrücklich dazu aufgerufen, Sendeideen vorzustellen. Bereits am 19. Mai findet im Galerie Caffè 11lein (Charlottenstr. 119) um 20.00 Uhr ein offenes Redaktionstreffen statt. Jeder kann vorbeikommen und Vorschläge zur Gestaltung des Programms mitbringen: vom DJ-Set, über Hörspiele, Literaturmagazine oder Sport-News bis hin zu Live-Übertragungen von Konzerten – alles wird möglich sein.
Zum Programmauftakt wird am Montag, den 23. Mai 2011, ab 18.00 Uhr eine Live-Radiosendung aus dem neuen Studio in der Charlottenstr.119, dem Galerie Caffè 11line gesendet. Alle Potsdamer, PotsDamen und Potskids sind herzlich eingeladen, den Auftakt mitzufeiern. Es wird Live-Musik, erste HörerInnen-Beiträge und die Möglichkeit geben, sich gleich selbst als RadiomoderatorIn auszuprobieren. Ganz nach der Devise:
Radio Potsdam ist so gut wie wir es machen!
Radio Potsdam ist offen für alle und alles: Ideen, Inspirationen und Kreativität.
Radio Potsdam braucht Radiomacher, Freunde, Musik & Sendungen aller Art.
Radio Potsdam gibt dir Raum für dich und dein Projekt zu werben und dazu einzuladen.
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MAZ - 12.05.2011
ZEITGEIST: Gourmet-Tüftler trifft auf Küchenchaot
„Auf Haxe“ bietet Dinner in wechselnder Tischgemeinschaft
Eine Küche und ein möglichst motivierter Kochpartner, ein Tisch mit sechs Stühlen sowie eine kleine Portion Neugierde – das sind die Zutaten für einen etwas anderen Samstagabend.
Die Medienwissenschaftsstudenten Philipp Günther und Johannes Groß hatten vor einem Jahr das mobile Kochprojekt „Auf Haxe“ ins Leben gerufen und etablierten es in ihrem Wohnort Berlin. Nach zwei erfolgreichen Durchläufen ist Potsdam nun ebenfalls als vollends „haxentauglich“ eingestuft und am 21. Mai erneut Spielstätte.
Das Prinzip: Drei Gänge werden im Laufe des Abends zubereitet. Jedes Team kocht einen davon selbst und bekommt dafür Besuch von zwei anderen Teams. Für die anderen beiden Gänge ist man dann selbst Gast in einer fremden Küche und wird bekocht. Wer dabei wen verköstigt, wird zugelost und jedem in Form einer „Speisekarte“ mitgeteilt. Am Ende treffen sich alle Teilnehmer zum gemeinsamen Feiern.
Oliver Gondring ist von dem Konzept so überzeugt, dass ihm die Initiatoren die Leitung für das Projekt in Potsdam übergaben. Der Germanist ist als Leiter von Fahrradtouren in China und Südostasien auf Achse und seit längerem auch immer wieder auf Haxe. „Potsdam ist ein Kosmos vieler kleiner Parallelwelten. Mit ,Auf Haxe’ kann jeder für einen Abend unverbindlich mit Menschen aus seinen Nachbarwelten zusammen kochen und einen frischen Blick auf seine Stadt gewinnen. Das ist spannend und sehr bereichernd für alle, die mitmachen“, erklärt der Potsdamer, der ursprünglich aus Trier stammt. Für Improvisationskünstler, Hobby-Sterneköche und Gourmet-Tüftler ist „Auf Haxe“ die Möglichkeit, sich auszuprobieren, Neues kennenzulernen und dabei jede Menge sympathische Leute zu treffen.
Auch für Küchenchaoten wie mich ist das Projekt offen. Vor dem Potsdamer Debüt am 21. Mai wollte ich die Zusammenarbeit mit meinem temporären Assistenzkoch testen – am vergangenen Samstag beim Durchlauf in Berlin. Um uns zu fordern, hatte man uns das Hauptgericht zugelost. Doch was geht schnell, sieht gut aus und schmeckt auch noch hervorragend? Mit der Vorspeise (einer Polenta vom Balkan) sowie der Nachspeise (selbst gemachtem Joghurt-Himbeer-Limetten-Eis), zu denen wir eingeladen waren, hatten die anderen Teams ganz schön vorgelegt. Wir entschieden uns gegen Tiefkühlpizza und Schmalzstulle zugunsten einer Pasta. Während wir zur Vorspeise unterwegs waren, wurde unsere Kreation jedoch faden Nudeln mit Tomatensoße leider zum Verwechseln ähnlich. Das Kochmalheur konnte zum Glück mit sympathischer Gastgeberschaft gerettet werden. Fazit: Die Küche steht noch, die Freundschaft ebenso, und in die Potsdamer Ausgabe starten wir mit genügend Verbesserungspotenzial.
Start ist in Potsdam am 21. Mai, 18.30 Uhr. Die Anmeldung ist bis zum 19. Mai unter [3] www.aufhaxe.de möglich. Die Haxen-Lounge findet im „11-line“ in der Charlottenstraße 119 statt. (Von Elisabeth Mandl.
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PNN 20.12.2010 / Flaschengeister gibt’s im 11-line
Jeder zeigt, was er kann
Ambitioniert und liebenswert chaotisch: UnARTich mit „Flaschengeist“ und „Trash Puzzle“ zum zweiten Mal im Kunstwerk (20.12.10)
Von Astrid Priebs-Tröger
Ein frech-sympathisches Mädchengesicht ist das Erkennungszeichen. Es ist als Schwarz-Weiß-Druck auf den T-Shirts der zahlreichen Helferinnen zu sehen. Irina Maslennikowa, die Mitorganisatorin des zweiten unARTich-Events, das am Wochenende im Kunstwerk in der Hermann-Elflein-Straße stattfand, hat dieses einprägsame Comic-Gesicht in ihrer Ausbildung als gestaltungstechnische Assistentin ursprünglich als Linolschnitt entworfen. Jetzt trägt es die 24-Jährige selbst auf der Brust und wuselt ab dem frühen Nachmittag ständig zwischen den Galerieräumen, dem Theatersaal und der KuZe-Kneipe hin und her, um die zahlreichen Aktionen von unARTich sowohl zu koordinieren als auch anzukündigen.
Das tut sie mit viel Aufmerksamkeit, aber auch bewusst unkonventionell. Mitmachen kann bei unARTich eigentlich jeder, der ausstellen will und so finden sich in den drei Kunstwerk-Etagen jede Menge Bilder, Fotografien, Grafiken und Collagen, die sowohl von gestandenen Potsdamer Künstlern wie Gosha Nagashima-Soden, Julia Brömsel oder Sabine Raetsch stammen als auch eine Vielzahl unbekannter Namen.
Ein großer Pluspunkt: Die Exposition ist ziemlich international. Am Samstagnachmittag kann man kaum unterscheiden, was von wem stammt, denn anders als in jeder „normalen“ Ausstellung stehen hier weder Namen noch Titel unter den Bildern. Das sei Absicht, sagt die quirlige Organisatorin, die zudem eine Auktion ankündigt. Hier sollen sich die Unterschiede zwischen Profis und „Laien“ aufheben, jeder soll einfach zeigen, was er kann.
Das tut auch die junge Iranerin Paniz Musawi-Natanzi. Die Berliner Studentin der Politikwissenschaft schreibt in ihrer Freizeit und hat im Kunstwerk, wie sie hinterher bekennt, zum ersten Mal öffentlich gelesen. Sie überrascht mit scharfer Beobachtungsgabe und kritischer Analyse gesellschaftlicher Zustände. Doch ihre ziemlich „dunklen“ Gedichte waren nicht für alle Besucher, die sich im obersten Galerieraum zum Kaffeetrinken niedergelassen hatten, das passende vorweihnachtliche Unterhaltungsprogramm. Aber das ist auch gar nicht die Absicht von unARTich, das zwar in diesem Jahr auch wieder eine ganze Menge potenzieller Weihnachtsgeschenke – Linolschnittkalender, handbedruckte Beutel, ein Kunst-Memory oder Ohrringe aus plattgehämmerten Kronkorken – offeriert, aber ansonsten nicht viel mit Vorweihnachtsstimmung am Hut hat.
UnARTich versteht sich vor allem als Plattform für ungewöhnliche Kunstformate, die an diesem Abend aus bisher vorwiegend privaten Räumen an die Öffentlichkeit gelangen. Beispielsweise das literarische Projekt „Flaschengeist“, das Yvonne Hähnisch und Mignon Krüger erst vor wenigen Wochen in Potsdam kreiert haben oder die Bild-Text-Collagen des Berliner Trios „Trash Puzzle“. „Flaschengeist“ ist der Versuch, ohne an einen Verlag gebunden zu sein, eigene literarische Texte zu veröffentlichen und unkonventionell zu verbreiten. Yvonne und Mignon haben im Potsdamer Café 11-line damit angefangen, ihre amüsanten Kurzgeschichten unters Volk zu bringen und erzählen nach ihrer halbstündigen Lesung, dass es sogar schon Abonnenten für die selbst verkorkten 175 Milliliter-Fläschchen, die jeweils 5,70 Euro kosten, gibt.
Die Akteure von „Trash Puzzle“ knien hingegen neben ihrem altertümlichen Episkop, einem riesigen Projektor, und sortieren unentwegt Texte und Zeitschriftenbilder sowie eigene Zeichnungen, die auf ein stetig laufendes „Förderband“ unter dem Episkop gelegt werden und .
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Maz: 25.11.2010
Tatort
POTSDAM - Sonntag, 20.15 Uhr: Im Potsdamer Café „11-Line“ erklingen die ersten Takte von Klaus Doldingers „Tatort“-Intro. „Licht aus!“, ruft einer der 20 Krimifans, die sich hier zum gemeinsamen Täterraten versammelt haben. 90 Minuten lang darf sie jetzt keiner stören – genauso wenig wie die rund acht Millionen „Tatort“-Zuschauer vor dem heimischen Fernseher.
Eine Woche vor der 40-Jahre-Jubliäumsfolge am 28. November blickt Konstanze Schiller alias Tatjana Alexander faltenlos von der weißen Wand im „11-Line“. Noch vergnügt sich die Betreiberin eines Wellnesstempels mit ihren Freundinnen auf einer Botoxparty. In wenigen Minuten wird sie die Leiche im Münchner „Tatort“ sein.
20.30 Uhr: Das Ermittlerduo Franz Leitmayr (Udo Wachveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) inspiziert den Ort der Tat. Diesen Moment darf Eszter Molnár in keinem Fall verpassen. Es könnte einen Hinweis auf den Täter zu entdecken geben. Die 33-jährige Potsdamerin lehnt sich auf dem gepolsterten Holzstuhl nach vorn und kneift die Augen zusammen. Aha, keine Tatwaffe! Vielleicht ein Giftmord …
Eszter Molnár kommt jeden Sonntag hierher. Besonders gern, wenn Axel Prahl ermittelt. Als Kommissar Frank Thiel ist er mit dem skurrilen Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) in Münster dem Täter auf der Spur. „Ich weiß, dass viele die Dialoge der beiden lustig finden“, sagt sie und spricht dabei leise, um die anderen Krimigucker nicht zu stören. „Mir ist das oft zu affig. Aber Axel Prahl ist ein klasse Schauspieler.“ Und tatsächlich sehr populär: Auf der Rangliste der beliebtesten „Tatort“-Kommissare (17 Teams mit 30 Ermittlern gibt es insgesamt) rangiert er im Duo mit Boerne auf Platz zwei – gleich hinter Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) aus Hannover.
20.45 Uhr: Barmann Janusch Pöter kommt mit einem Stapel Zettel und einer Handvoll Stifte aus dem Nebenzimmer rein. Bis 21 Uhr haben die Gäste Zeit, ihren Tipp für den Täter abzugeben. Wer richtig liegt, bekommt am Ende ein Freigetränk. Eszter Molnár gibt sich siegessicher. „Kannst das Bier schon mal anzapfen, Janusch“, sagt sie und greift nach einem Zettel. Auf der Leinwand befragen Leitmayr und Batic gerade die Schwester des Mordopfers. Ihr Name wird später auf vielen Zetteln stehen.
Kleinlaut gibt Eszter Molnár zu, dass sie bisher mit ihrem Tipp noch nie richtig lag. „Ach, aber darum geht’s auch gar nicht“, sagt sie. Hauptsache, der „Tatort“ ist gut. Und das ist er ihrer Meinung nach gerade dann, wenn er soziale Themen aufgreift. Im Ludwigshafener Krimi mit Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) sei das oft der Fall. „Einmal ging es da um Zwangsehe, dann um Jugendkriminalität“, erinnert sie sich. In vielen Fällen sei der „Tatort“ ein Spiegel der Gesellschaft. Die aktuellen Themen dürften nur nicht allzu plump eingebunden werden. In einer der letzten Folgen habe ein Junge „ganz gekonnt subsumiert, wie die Einwanderungspolitik funktioniert“. „Das ist dann nicht glaubwürdig“, findet Eszter Molnár.
21.00 Uhr: Janusch Pöter sammelt die Täter-Tippzettel ein. Im Nebenraum breitet er sie auf der Bar aus. Jetzt heißt es abwarten, wer in einer Dreiviertelstunde überführt ist. Der 31 Jahre alte Barmann nutzt die Zeit, um die Gläser mit Salzstangen aufzufüllen. „Wenn ich Dienst habe, komme ich selbst kaum zum ,Tatort’-Gucken“, sagt er. Er kümmert sich darum, dass die Gäste sich wohlfühlen. Besonders häufig bestellen sie am Sonntagabend heiße Schokolade. „Wahrscheinlich zum Beruhigen der Nerven“, sagt Janusch Pöter und schmunzelt. Der junge Familienvater ist in Frankreich aufgewachsen. Dort erinnert er sich an keine vergleichbare Serie. Den „Tatort“ hat er zum ersten Mal bei seiner Tante in Flensburg geschaut. Er vermutet, dass der Erfolg der Reihe in den vielen Städten begründet liegt, in denen ermittelt wird. „So finden sich die Zuschauer in ihrer jeweiligen Region und vielleicht auch in den Charakteren wieder“, sagt er. Und die Serie wird internationaler: Ab 2011 steigt das Schweizer Fernsehen nach zehnjähriger Pause mit einem neuen Team ein.
21.30 Uhr: Auf der Leinwand kündigt sich eine Wende an. War es doch nicht die Schwester, sondern der Ehemann? Eszter Molnár kommt ins Grübeln. Auch sie kennt den „Tatort“ nicht von Kindesbeinen an. Sie ist in Ungarn aufgewachsen. Dort aber gab es ebenfalls einen Krimi-Straßenfeger. Jeden Montag ermittelte Linda, eine Karate-Künstlerin. „Da saß die ganze Familie vorm Fernseher“, erinnert sich Eszter Molnár. Als sie mit 20 nach Deutschland kam, merkte sie schnell: Den „Tatort“ kennt hier jeder. Seitdem ist sie vom Krimi-Virus infiziert.
21.45 Uhr: Der Fall ist gelöst. Und: Es war wirklich der Ehemann. „Mist, ich lag wieder daneben“, sagt Eszter Molnár. Dabei hätte sie es sich denken können, gibt sie zu. Den Ehemann spielte Robert Atzorn. „Wenn ein früherer Kommissar mitspielt, dann ist er meist der Täter.“
Das Erste feiert „40 Jahre Tatort“ heute um 20.15 Uhr mit einem Quiz. Wer noch mehr über die Geschichte der Serie erfahren will, kann im „Tatort-Lexikon“ von Rüdiger Dingemann, Knaur, 512 Seiten, 12 Euro, nachschlagen. (Von Meike Jänike)
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Maz,22.11.2010
Christine Anlauff liest aus ihrem zweiten Katzenkrimi und erhält Schreibtipps vom Publikum

Christine Anlauff
POTSDAM / INNENSTADT - Walter Flegel vom Literaturkollegium wurde bei seiner Begrüßung am Freitagabend im Café „11-Line“ nicht müde die Qualitäten von Christine Anlauff zu loben. Und so bremste die 1971 in Potsdam geborene Autorin die Erwartungen an ihren zweiten Kriminalroman genauso entschieden wieder herunter. Von Rohfassung des Manuskripts war die Rede und „natürlich sind da noch Fehler drin“. Anlauffs Angebot einer Probelesung beflügelte das altersmäßig weit auseinanderdriftende Publikum zu allerhöchster Konzentration und sollte sogar, wie sich später heraus stellte, die heimlichen literarischen Ambitionen der so Aktivierten zutage fördern.
Die rund einstündige Leseprobe zeigte ziemlich schnell, dass auch im neuen Krimi das bewährte Duo aus Kommissar Liebermann und Kater Serrano bei aller Liebe zur Kriminalistik bereits ein Ermittlungsergebnis fest im Kopf hat. Potsdam-West ist für beide unstrittig der attraktivste Kiez der Landeshauptstadt und sicher in einem Atemzug mit so magischen Orten wie der Lagunenstadt Venedig zu nennen. Was dort der stolze Campanile des Markusdoms, ist hier der Turm der Erlöserkirche und auch der Canal Grande hat mit dem Scharfgraben eine überaus würdige Entsprechung. Kein Wunder also, dass alsbald eine Wasserleiche angeschwemmt wird und das Verbrechen nach Aufklärung und Sühne verlangt. Dies geschieht zu einer Zeit da im Quartier eine „Hochschule für Liebeskunst“ die Phantasie der Einwohner anstachelt und Befürchtungen um ein neues Sündenbabel nährt.
Nicht nur der sympathisch-unbeholfene Kommissar ist bei der Ermittlungsarbeit in hochkomplizierte Gedankengänge verknäult. Auch Kater Serrano stellt das Schicksal vor schier unlösbare kriminalistische Herausforderungen. Seine Tochter Krümel wurde vergiftet und herzlos auf dem Kompost des Weltkulturerbe-Parks Sanssouci entsorgt. Serrano aber ergibt sich nicht dem Vaterschmerz, sondern geht mit viel Ratio und Sinn für vertrackteste Kausalitäten auf Mördersuche.
Relativ vorhersehbar dagegen war die Flut der Tipps und literarischen Empfehlungen, die auf Anlauff einprasselten, als sie ihre kurze Testlesung beendet hatte. Eine junge Dame empfahl, nachdem sie die uneingeschränkte und vollständige Zufriedenheit mit dem Vortrag bekundet hatte, die Sprache von Katzen und Menschen stärker zu unterscheiden. Andere Wortmeldungen liefen auf das komplette Gegenteil hinaus und ein gereifter Schriftsteller vermisste gar einen unmittelbareren Zeitbezug des Romans. So sammelte die Autorin geduldig alle Vorschläge des wie entfesselt ihren Roman verbessernden Publikums und versprach sogar deren Berücksichtigung. „Allerdings muss man da tierisch aufpassen“, schränkte sie milde lächelnd ein. (Von Lothar Krone)
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MAZ,18.11.2010
Unter dem Motto „Stadt Land Buch“ gibt es vom 21. bis zum 28. November einen Lesemarathon in Berlin und Brandenburg, organisiert vom Landesverband Berlin-Brandenburg des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Stadt- und Landesbibliothek beteiligt sich mit drei Veranstaltungen daran.
Am Mittwoch, 24. November, um 19.30 Uhr ist der Autor Ingo Schulze mit seinem neuen Buch „Orangen und Engel: Italienische Skizzen“ im „Galerie-Caffé 11-line“ in der Charlottenstraße 119 zu Gast. In dem Buch verarbeitet er seine Erlebnisse von seinem Stipendiatsaufenthalt in der Villa Massimo in Rom, berichtet von Ausflügen und Reisen nach Neapel, Apulien und Sizilien. Der Text ist illustriert mit Fotografien von Matthias Hoch.
Als zweiten Programmpunkt gibt es am Donnerstag, 25. November, um 19.30 Uhr ein Literaturgespräch in der neuen Volkshochschulreihe findet in den Räumen der Stadt- und Landesbibliothek in der Fachhochschule Am Alten Markt. Thema ist der preisgekrönte Roman „Mit der Geschwindigkeit des Sommers“ der Potsdamer Autorin Julia Schoch, dessen unterschiedliche Lesarten unter Leitung von Helen Thein diskutiert werden.
Die Zweigbibliothek Waldstadt veranstaltet am Freitag, 26. November, um 19.30 Uhr eine Lesung mit dem Brandenburger Krimi-Autoren Jean Wiersch, der sein Buch „Haveljagd“ vorstellt. MAZ
Weitere Infos und Voranmeldungen unter 289 6600 und [4] www.bibliothek.potsdam.de.
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Maz,08.11.2010
POTSDAM / INNENSTADT - Bis zum 15. November findet in der Galerie „11-Line“ eine Ausstellung zum Gedenken an das Massaker von Srebrenica in Bosnien statt. Die serbische Künstlerin Jovana Dimitrijevic organisiert diese in Kooperation mit der serbischen Organisation „Frauen in Schwarz“ und unabhängigen serbischen Künstlern. Die Aktion „Ein paar Schuhe – ein Leben“, Performance und Ausstellung zugleich, reihte hunderttausende Paar Schuhe auf den Straßen von Belgrad auf, die die Flucht der Bosnier aus Srebrenica symbolisierten. 1995 verrichteten während der Jugoslawienkonflikte bosnische Serbien in Srebrenica in einer UN-Schutzzone ein Massaker an über 8000 Bosniern, ohne dass die UN-Truppen eingriffen. Das Internationale Straftribunal deklarierte diesen Massenmord später als Genozid. Seit über zehn Jahren organisiert die antimilitaristische feministische Organisation „Frauen in Schwarz“ öffentliche Kundgebungen in Serbien und erklärt sich mit den Opfern der Kriegstaten solidarisch, organisiert Begegnungen zwischen den Völkern, unterstützt die Familien der Opfer und setzt sich dafür ein, dass die serbische Regierung den 11. Juli als Gedenktag an den Srebrenica-Genozid anerkennt.
Die zweite aktuelle Installation in der Galerie „11-Line“ unter dem Titel „Familienalbum“ stellt als Kontrast das offizielle Familien-, Geschlechter- und Beziehungsbild der heutigen serbischen Gesellschaft gegenüber, das stark idealisiert Harmonie, Fröhlichkeit und Positivismus propagiert. Die Künstler und Künstlerinnen möchten damit thematisieren, dass konservative, patriarchale, sexistische, chauvinistische und Gewalt akzeptierende Werte, die auch eine Ursache des Srebrenica-Massakers waren, in der heutigen Gesellschaft, vor allem auch in einer stärker werdenden rechtsextremen und religiös fanatischen Szene, ihre Fortsetzung finden.
Die Ausstellung findet im Rahmen des Projektes „Free Art Celebration“ in Kooperation mit dem Projekthaus Potsdam statt und wird vom Jugendkulturfonds der Stadt Potsdam gefördert.
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MAZ, 09.10.2010
POTSDAM / INNENSTADT - Im Saal des Cafés „11-Line“ saßen am Mittwochabend fast ausschließlich Frauen aller Altersgruppen. Die Atmosphäre war locker. Vorn, im Licht einer Tischlampe, saßen Autorin Lamya Kaddor und Moderatorin Elke Liebs. Die Islamwissenschaftlerin Kaddor las während der Frauenkulturtage aus ihrem Buch „Muslimisch, weiblich, deutsch! – Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam.“
Ihr Stil ist direkt und streitbar, zugleich aber sympathisch und „normal“, wie sie sich selbst mehrmals bezeichnete. Auch im Saal wurde lebendig über die Kopftuchfrage diskutiert. Kaddors erste, spontane Reaktion war, sie habe ein Kapitel über die „K-Frage“ geschrieben, denn „ich war es leid, diese Frage ständig beantworten zu müssen.“
In ihrem Buch hat Kaddor die Lebensart der liberalen Muslimen aufgezeichnet. Es ist essenziell, dass der Islam, wie er ursprünglich war, sich verändert und der modernen Lebenswelt anpasse, sagte sie. In Deutschland fehle es an Debatten über Religion. Muslimisch zu sein und zugleich die Demokratie zu lieben, sei kein Widerspruch. Dazu gehöre für sie auch, kein Kopftuch zu tragen, obwohl sie Frauen, die sich für eine Kopfbedeckung entschieden haben, nicht kritisieren möchte. Denn die wichtigste Maxime ist: Leben und leben lassen.
Ein Aufreger für Kaddor ist immer der Satz: „Sie sprechen aber gut Deutsch.“ Ihre Mutter habe ihn in dreißig Jahren Deutschland immer wieder zu hören bekommen, und sie selbst wurde sogar bei ihrer Vorstellung in der Hauptschule damit konfrontiert, worauf sie im Ruhrpott-Dialekt mit den Schülern kommunizierte. Irgendwann hat sie sich angewöhnt, mit „Sie aber auch“ zu antworten. Es sei bezeichnend für den Zwang, sich immer wieder über ihren Migrationshintergrund zu definieren, obwohl sie in Deutschland geboren wurde. Kaddor: „Ich nenne mich schon Berufsmuslima.“
Debatten wie die um Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ kritisiert sie. Unter dem Vorwand, endlich mal offen über Integration sprechen zu wollen, sagte er einer Gruppe junger Muslimen, dass sie nicht dazu gehörten. Kaddors Schüler, die nicht viel Bildung genossen haben, treibe so etwas in den „Islamismus“. „Die Mehrheitsgesellschaft muss Einwanderer vorbehaltslos als Deutsch akzeptieren, insbesondere die der zweiten Generation“, forderte sie. Nach dem Erscheinen von Sarrazins Buch habe sie sich zum ersten Mal gefragt: „Willst du hier alt werden?“ Plötzlich wirkte sie an dem Abend emotional statt streitbar. Kaddor sieht es als ihre Aufgabe an, dem gemäßigten Islam ein Gesicht zu geben, denn jetzt werde der kaum repräsentiert. „Wir dürfen den Islamhassern und den Fundamentalisten nicht das Feld überlassen.“
Lamya Kaddor: „Muslimisch, weiblich, Deutsch! – Mein Weg zu einem Zeitgemäßen Islam. C.H. Beck Verlag, München, 2010. (Von Josta van Bockxmeer)
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